Alte Klassiker im alten Gemäuer für altes Schlössle(ca. 3 Minuten Lesezeit)

Walter Creuz und Helmut Freyhardt.

Helmut Freyhardt und Walter Creuz stehen für echte handgemachte Musik. Foto: Ramona Theiss.

Steinheim – Fast 100 Jahre Musik haben Helmut Freyhardt und Walter Creuz zusammen „in den Knochen“. Dem Höpfigheimer Schloss widmeten die beiden am Wochenende wieder ein Benefizkonzert. Unterstützt von „Willi auf der Kiste“: Willi Lange machte auf dem Cajón den Rhythmus zur Melodie der Akustik-Gitarren.
Kuschelig wirkt der Schlosshof, der an diesem hochsommerlichen Konzert-Abend den Rahmen gibt. Sonnengelb die alten Balken des Fachwerks, die alten Mauern aufgeheizt von der Tageshitze. Knapp 200 Zuhörern bietet er Platz, fast alle sind belegt.

Aus der kühlen Remise heraus spielen Freyhardt, Creuz und Lange: Deutschrock und Austropop, Rock’n’Roll-Klassiker und unvergängliche Balladen, Evergreens zum Mitsummen und -singen. Das Programm in drei Teilen ist gespickt mit Ohrwürmern, aber es stehen auch viele Eigenkompositionen, überwiegend von Freyhardt, auf der
„Playlist“: Titel wie das „Brennholzlied“, die Schwabenhymne „Rutsch m’r doch d’r Buckel na“, „Lebe jeden Tag“ oder „Match Music“ von Creuz.

Überwiegend Deutsch ist das Programm aufgestellt. Mit Hannes Wader, Peter Maffay, Udo Jürgens, Peter Cornelius und Reinhard Fendrich, aber auch den
Ärzten. Aber so ganz ohne Englisch geht’s dann doch nicht. Die beiden covern auch Elvis, Simon and Garfunkel, Eric Clapton, die Stones und die Beatles, Queen oder den fast in Vergessenheit geratenen Gilbert Bécaud.

Seine erste Gitarre kaufte sich Freyhardt als 13-Jähriger. Bereits da komponierte er eigene Lieder. Mit 15 gewann er damit erste Preise bei Talentwettbewerben.
Ab 18 spielte er in verschiedenen Tanzbands. Nach längerer schöpferischer Pause ist der frühere Werkzeugmacher vor zehn Jahren wieder ins Musikgeschäft eingestiegen und ist Mitglied in mehreren Bands. Seine Leidenschaft ist das Singen der eigenen Lieder.

Eine ähnliche Karriere wie der 65 Jahre alte Kollege hat Creuz hinter sich. Beeinflusst durch den Folk von Bob Dylan und den Blues von Big Bill Broonzy landete auch er mit 15 bei der Gitarre und in seiner ersten Band: „The Dreamboys“. Als Sänger und Gitarrist in verschiedenen Tanzgruppen hat der 62-Jährige seine musikalischen Wurzeln wiederentdeckt. Seit sechs Jahren machen die beiden Vollblutmusiker auch gemeinsam Musik und genauso lange gibt es das Benefizkonzert im und fürs Höpfigheimer Schlüssle.

„Das Liedermacher-Duo hat sich um den Förderverein sehr verdient gemacht“, lobte Ex-Landrat und Höpfigheimer Schlossherr Dr. Ulrich Hartmann
in seiner Begrüßung. Und weil kein Eintritt verlangt wurde, bat er darum den Teller, der später herumgereicht wurde, gut zu bestücken. Ausnahmsweise sollte er nicht leer zurückkommen, sondern voll mit Spendengeldern gefüllt.

„Gute Nacht Freunde“, mit diesem Abschiedslied von Reinhard May klang der Abend nach gut zwei Stunden aus. Eine Serenade mit echter handgemachter Musik. Vor allem mit einem eigenen Stil, der die Zuhörer begeisterte.

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