Aus den Protokollen des Höpfigheimer Ortsarchivs (1)(ca. 2 Minuten Lesezeit)

Ein Archiv ist „das Gedächtnis“ eines Ortes. So geben die dicken Halblederbände der „Gerichts- und Gemeinderatsprotokolle“ unseres Archivs Einblick in die Geschehnisse der jeweiligen Jahre. Ich möchte eine Kurzauswertung dieser Protokolle machen. Das Jahr 1813 bietet sich als Beginn an. Es ist ja damals vor 200 Jahren sehr viel in Europa und Deutschland geschehen. Napoleon musste Ende 1812 mit seiner Armee aus Russland flüchten. Von den 15.800 Württembergern, die mit ihm nach Russland gezogen waren, kamen 1813 nur knapp 500 in die Heimat zurück, darunter auch Josef Nafzger. Er wurde durch den Stich einer Kosaken-Lanze verwundet. Im Jahr 1827, als es um die Nachfolge des verstorbenen Höpfigheimer Feld- und Waldschützen Scherb ging, hat ihn der Gemeinderat, weil er „geeignet war und wegen seiner im russischen Feldzug erlittenen Drangsale“ zum Schützen bestellt. Im Oktober 1813 war die Völkerschlacht bei Leipzig und anschließend zogen bis Jahresende ständig Truppen der gegen Napoleon verbündeten Staaten durch Württemberg in Richtung Westen. Als dann 1815 nach langen Kriegszeiten (seit 1796), Frieden eintrat, waren Land und die Menschen im Königreich Württemberg verarmt. Vom Jahr 1813 wird berichtet, dass ein strenger Winter bis März geherrscht habe, dass der Sommer nasskalt mit einer schlechten Traubenblüte war und der Herbst nach Menge und Güte sehr mittelmäßig. In der Sitzung des Höpfigheimer Magistrats im Beisein des Cammeralverwalters am 23. Oktober 1813 hat man den Lesebeginn spät auf 27. Oktober festgelegt und die Kelterbediensteten aufgestellt: Als Kelterschreiber Schulmeister Deyhle, als Eicher Schultheiß Enderle, dann fünf Eichträger, sieben Kelterknechte, von den Kelterbäumen sollten drei gerichtet und der vierte im Notfall „parat sein.“ Diese „Herbstordnung“ wurde dann der Bürgerschaft vorgelesen; in § 1 heißt es: „… sollen die Kelterbediente bei Strafe niemand nach der Glocken abends im Kelterstüble oder Kelterplatz dulden, außer wer in der Kelter zu thun hat“.