Neue Infotafel erzählt viel Geschichte(ca. 3 Minuten Lesezeit)

Die neue Infotafel an der Schlossmauer.

Freuen sich über die Tafel: Gustav-Adolf Thumm und der Kastellan des Schössles, der frühere Landrat Ulrich Hartmann (rechts). Bild: Richard Zeller.

Steinheim – Der Sommerabend war zwar nicht ganz so lau wie erhofft, dennoch ließen es sich über 100 Besucher nicht nehmen, am Samstag beim Benefizkonzert von Helmut Freyhardt und Walter Creuz im Hof des Höpfigheimer Schlössles und bei der Enthüllung der neuen Informationstafel dabei zu sein. Schon kurz nach sieben Uhr sitzen die ersten Besucher im Schlosshof, nippen am Viertele, lassen sich ein Schmalz- oder Käsebrot schmecken und genießen die letzten Sonnenstrahlen, die noch auf die Schlossmauer scheinen. Stimmengemurmel füllt den Schlosshof, der für kleine, aber feine Kulturveranstaltungen wie gemacht zu sein scheint. Abrupt wird es ruhig. Dr. Gustav-Adolf Thumm tritt ans Mikrofon.

Der Vorsitzende des Vereins zur Erhaltung des Schlössles macht es spannend: Stolz erzählt er vom Verein, der vor zwei Jahren gegründet wurde und inzwischen rund 60 Mitglieder hat. Und berichtet von den drei Ansichtskarten, die der Verein im vergangenen Jahr herausgebracht hat. Das war aber nur der erste Streich, der zweite folgte zugleich: Weil viele Besucher des Höpfigheimer Schlössles Informationen vermissten, ließ der Verein eine entsprechende Tafel anfertigen.

Und weil besondere Ereignisse besondere Maßnahmen erfordern, ruhte Thumm auch nicht, bis er für die feierliche Enthüllung der Tafel einen Jagdhornbläser – Höpfigheim hat das Jagdhorn im Wappen – gefunden hatte.
Rudi Denzer bläst also die „Begrüßung“ und die Hegewaldfanfare. Kaum ist der letzte Ton verklungen, ziehen Thumm und der frühere Landrat und Kastellan des Schlosses, Dr. Ulrich Hartmann, die grüne Decke, die die Tafel verhüllt hatte, herunter. Das Höpfigheimer Schlössle thront in seiner ganzen Schönheit in der Mitte der Tafel, umrahmt wird es von einer Ansicht Höpfigheims von 1685, von einem Lageplan des Schlössles von 1750, einer Urflurkarte von 1832 und weiteren Bilder sowie den wichtigsten Daten der Geschichte. „Das ist alles auf Aluminium gedruckt, zum Schutz haben wir außerdem noch eine Acrylplatte drauf“, berichtet Thumm stolz. Damit der nächste Streich des Vereins möglichst bald folgt, lässt Thumm nicht nur ein Körble für Spenden herumgehen, sondern der Höpfigheimer Helmut Freyhardt und Walter Creuz geben auch ein Benefizkonzert.

Still und leise – beinahe zu still und leise – unterlegen sie mit „Acoustic Rock“ die Gespräche der Besucher und reisen durch die Musikgeschichte mit melancholischen Titeln, leicht angerockten, bluesigen Stücken und deutschen Balladen.
Bei Reinhard May, Cat Stevens oder Nat King Cole beweist der Barde mit seiner Ohrwurmstimme, dass der „neue“ Freyhardt nach langer musikalischer Pause immer noch der „alte“ ist, der bereits mit 13 Jahren nur deshalb Gitarre lernte, damit er seine eigenen musikalischen Ideen in Liedform bringen kann.

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