Von der Bühne ins Ortsmuseum(ca. 3 Minuten Lesezeit)

Die Uniform von Karl Ringle.

Prächtig sieht sie noch aus, die Uniform von Karl Ringle. Foto: Ramona Theiss.

Steinheim – Verein zur Erhaltung des Höpfigheimer Schlössles bekommt zwei neue Exponate.

Zwei neue Exponate sind in das Törle im Schlosshof eingezogen: zwei Uniformen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. Der Verein zur Erhaltung des Höpfigheimer Schlössles und zur Pflege der Ortsgeschichte hat dort eine Ausstellung eingerichtet. Am Sonntag konnten die neuen Exponate besichtigt werden.

Jahrzehntelang hing die Felduniform Wilhelm Ringles unbeachtet in einem Schrank auf der Bühne seines Hauses, erzählt der Sohn des Kriegsheimkehrers, Hermann Ringle. „Damit isch er von Frankreich bis hoim glaufa.“ Erst als die Kinder seines Patenonkels, Karl Ringle, dessen alte Paradeuniform bei sich zu Hause heraus gekruschtelt hatten, um sie dem Verein zu stiften, habe er sich an die Uniform seines Vaters erinnert.

Nun hängen sie nebeneinander in einer Vitrine. Für den Verein sei das ein Glücksfall, sagte der Vereinsvorsitzende Gustav-Adolf Thumm. „Das ist schon eine Besonderheit.“ Schließlich waren Wilhelm und Karl Ringle Brüder und Karl zudem viele Jahre lang Gemeindepfleger, also in Höpfigheim recht bekannt.

Zusätzlich zu den beiden neuen Exponaten hat Hermann Ringle auch ein Buch aus dem Jahr 1931 gespendet, voll mit Sammelbildchen, die historische Uniformen zeigen. Auch die Alt-Württemberger Uniform des Infanterieregiments Nummer 121, in dem die Brüder Ringle gewesen waren, ist darin mit abgebildet. Demnächst soll noch ein Foto des Urenkels Karl Ringle dazu kommen, auf dem dieser in die Uniform des Urahnen geschlüpft ist. „Dann kann man sich’s noch besser vorstellen“, sagt Thumm, der ohnehin einen Hang zu Fotografien hat.

Denn die Uniformen sind nur ein kleiner Teil der gesamten Ausstellung über Höpfigheim und seine Bewohner. Insgesamt 665 historische Aufnahmen hat Thumm dafür zusammen getragen und sie – mit Texten versehen – auf 39 Kunststofftafeln aufbringen lassen. Auch sie konnten am Sonntag besichtigt werden, das erste Mal präsentierte der Verein sie vor etwa einem Jahr.

Besucher aller Generationen nutzen am Ausstellungstag die Gelegenheit, einen Blick darauf zu werfen. Lebhaft besprechen zwei ältere Höpfigheimerinnen, welches bekannte Gesicht aus früheren Zeiten sie auf den Fotografien entdecken. „Guck a mol, do isch dr … on do … dui.“, so suchen sie Bildtafel um Bildtafel ab. Erstaunen lösen die alten Fotos bei der elfjährigen Vanessa aus Ingersheim und ihrem jüngeren Bruder Finjas, aus. „Da gibt es gar keine Elektrosachen“, meint Vanessa. Dass Gänse frei durch den Ort laufen, wo heute Autos fahren, erstaunt die Kinder ebenfalls. Spannend findet auch ein elfjähriges Mädchen die historischen Aufnahmen. Die junge Höpfigheimerin interessiert sich vor allem dafür, ob Verwandte auf den Fotos zu sehen sind. Ein Foto von der Hochzeit ihrer Oma hat sie schon entdeckt.

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